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Chronator
Rollenspiele
Um es klar auszudrücken: Rollenspieler rennen
nicht (zumindest selten) im rosa Tütü rum und spielen
auch nicht "Rotkäppchen und der böse Wolf" mit
Peitsche und Fesseln. Rollenspiel ist ein Gesellschaftsspiel
(fast) wie jedes andere. Es geht um Fantasie, Kreativität,
Teamwork und um es in Business-Slang auszudrücken: Problemlösungsprozesse...
Ein Teil von euch hat mit einer Abart von Rollenspielen
auch schon im Geschäftsleben Kontakt gehabt: Man stellt sich
Problem - Situationen vor und versucht diese zu lösen. Dabei
erhält jeder eine ihm zugewiesene Rolle mit gewissen Fähigkeiten
und Verantwortlichkeiten (Übrigens ein beliebtes Mittel in
Assessment Centers um fähige Führungskräfte aus der
Menge herauszufiltern). Auch wenn ich weiss, dass nicht allen der
Vergleich mit den Rollenspielen im Geschäft gefällt, es
trifft die Sache recht genau und zeigt auf, wie einfach Rollenspiel
eigentlich ist. Zudem fördert es persönliche Fähigkeiten,
indem es hilft das eigene Denkvermögen zu trainieren und den
geistigen Horizont zu erweitern. Dennoch hat unser "Hobby-Rollenspiel"
einen essentiellen Unterschied zum geschäftlichen "Rollenspiel":
Bei uns geht es nur um Spass an der Sache und es gibt auch nichts
zu verlieren. Denn das macht eigentlich ein Spiel aus.
Da
wir auch nicht auf ein Geschäftsszenario festgelegt sind, decken
"unsere" Rollenspiele jedes nur denkbare Spielszenario
ab. Unsere Spiele finden in den eisigen Schneebergen von des Drachengebirges
und den dunklen Gassen der Metropole New Zürich statt. Fantasiegestalten
wie Zwerge, Kopfjäger, Elfen, Zauberer und zwielichtige Waffenschmuggler
treiben sich in unseren Welten umher. Auch sind unsere Geschichten
sehr viel umfassender, länger und vor allem spannender ;-)
Normalerweise beginnt so ein Rollenspiel sehr einfach:
Ein paar Spieler tun sich zusammen
und finden einen Dummen, der den Spielleiter
macht (bedeutet halt viel Aufwand). Das nennt man dann eine Spielgruppe.
Manchmal einigt man sich darauf, dass jeder Spieler abwechselnd
den Spielleiter mimt. Das ist zwar fairer hat aber den Nachteil,
dass die Geschichte, die erzählt wird nicht derart konsistent
und gut ist, wie wenn das ein einzelner macht. Zudem sieht jeder
Spielleiter in viele Geheimnisse rein, so dass das Spielen danach
in der gleichen Geschichte nicht mehr so spannend ist.
Jeder Spieler übernimmt eine Spielfigur in
der Geschichte (meist die Helden, das mögen die Spieler ;-).
Der Spielleiter ist derjenige, der die Sache leitet und versucht
dem ganzen einen roten Faden zu geben. Er ist auch derjenige, der
alles andere (ausser den Spielerfiguren) im Spiel erschafft und
steuert. Er ist der Bösewicht, der die Spielerfiguren meucheln
will und der nette Verbündete gleichzeitig. Die Spielerfiguren
nennt man übrigens üblicherweise die "Charaktere".
Und die Geschichte, die erzählt wird ist oft ein Abenteuer,
oder im grossen Rahmen, wenn sich mehrere Abenteuer aneinanderstapeln,
die Kampagne. So eine Kampagne
kann teilweise sogar über Jahrzehnte gehen (Echtzeit!).
Das Spiel läuft nun so ab, dass alle Beteiligten,
d.h. mehrere Spieler und ein Spielleiter sich an einen Tisch setzen
und der Spielleiter den Spielern eine Ausgangssituation
beschreibt:
"Ihr seit nach einem langen Tag auf dem
Jahrmarkt halb pleite und von den aufregenden Schaubuden noch ganz
verwirrt auf dem Heimweg, als ihr bemerkt, dass ihr euch völlig
verfranst habt. Dummerweise fällt euch das erst auf, als ihr
in einer dunklen Sackgasse steht. Was wollt ihr nun machen?"
Nun liegt es an den Spielern mit Hilfe ihrer Charaktere
sich einen Weg durch diese Herausforderung zu bahnen:
Pickwick, der zwergische Brummbär
und permanenter Nörgler (gespielt durch Mike): "Hm,
ich habs ja gewusst, sagte ich das nicht immer, hach... Hm, Pickwick
schaut sich mal um, was seh ich denn so?"
Spielleiter: "Die Gasse
sieht ziemlich dreckig aus, allerlei Müll bedeckt den Boden
und ein grosser Lattenzaun schliesst die Gasse zur einen Seite ab.
Zur Linken siehst du eine beschlagene Holztür, die aber aussieht,
als hätte sie niemand mehr seit Aeonen geöffnet. Wenn
du nach oben schaust, siehst du mehrere Fenster, die in die angrenzenden
Häuser führen. Aber sie sind wohl zu weit oben um einfach
so dort ranzukommen."
Ewylin Mondenschein, ihres Zeichens
elfische Jägerin (gespielt durch Karin): "Ewylin tritt
'zufällig' Pickwick auf den Fuss als sie sich an ihm vorbeidrückt.
Dann mustert sie mal genauer den Ausgang der Gasse gegenüber
vom Lattenzaun. 'Hey, wäre es nicht besser, wir verduften hier
wieder? Ich hab ein schlechtes Gefühl bei der Sache..."
Spielleiter (hämisch grinsend,
Vorfreude auf teuflische Machenschaften geniess): "Gerade
als sich Ewylin umdreht, hört ihr einen markerschütternden
Schrei, der hinter der alten Holztür hervorzukommen scheint.
Was kann das gewesen sein?"
Pickwick: "HALALI! Eine Jungfrau
in Nöten! Pickwick rennt voller Wucht gegen die Tür und
versucht sie niederzureissen!"
Spielleiter: "Aehm" (räuspert
sich) ", hab ich schon angemerkt, dass die BESCHLAGENE Tür
mit kurzen Nägeln die in EURE Richtung zeigen beschlagen ist?"
Ewylin: "Pickwick, NEEEIIIN!"
Pickwick: "Ooops! (dumpfer
Aufprall ist zu hören, dem ein Schmerzensaufschrei folgt) AAAUTTSCH,
das tut weh... (weghüpf)"
Spielleiter: "Trotz des Rumgejammers
von Pickwick ist ein zweiter Schrei zu hören, der nun ganz
klar hinter der Tür hervorkam. Er klingt verzweifelter denn
je!"
Nun, wir wollen hier das Szenario verlassen, aber
ihr könnt euch sicher vorstellen, dass die Geschichte noch
einiges interessantes zu bieten hätte... Wichtig ist, dass
man sieht, dass man zusammen diese Geschichte erzählt. Es ist
ein weit verbreitetes Vorurteil, dass nur der Spielleiter sie erzählt,
aber das ist falsch. Ein Abenteuer wird massgeblich durch die Spieler
geprägt, denn der Spielleiter gibt nur die Welt vor und die
Spieler entscheiden, was sie darin machen. Die Charaktere der Spieler
sind je nach Spielsystem genau
mit ihren Vor- und Nachteilen, sowie Fähigkeiten und Finessen
festgelegt. Welches Spielsystem man spielt ist schlussendlich Geschmackssache
und in der Hinsicht unterscheiden sich die Meinungen doch gewaltig.
In den meisten Fällen wird so ein Spielsystem, das grundsätzlich
die Spielregeln und oft noch Spielinhalte enthält, von einer
Firma oder einem Verlag veröffentlicht. Manche Spielsysteme
sind so berühmt geworden, dass sie inzwischen schon verfilmt
wurden (z.B. Dungeons und Dragons). Oft passiert es aber auch, dass
ein bekanntes Buch oder ein Film die Vorlage für ein Spielsystem
darstellt (z.B. Herr der Ringe).
Am besten lernt man ein Rollenspiel aber kennen,
indem man kurzerhand eines spielt. Nur wie kommt man an eine Spielgruppe.
Dies ist wohl eine der schwierigsten Dinge beim Rollenspiel und
genau dort sind wir wieder beim Anfang: Der Secret Guild of Adventurers.
Unser Ziel ist es die Leute etwas weniger geheim zu machen und sie
sich gegenseitig vorzustellen. Ihr könnt entweder durch die
Mitgliederliste wühlen, Spieler suchen, direkt eine
bestehende Kampagne suchen, bei einem Online-Spiel mitmachen oder
an einen Event gehen um dort Leute kennenzulernen. Natürlich
gibt es noch weitere Möglichkeiten, aber für den Anfang
ist das sicher schon mal viel... ;-)
Wir wünschen als viel Spass!
(Auszug von der
Homepage der SGA)
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